Warum Bitterstoffe so gesund sind
Wer schon einmal einen Radicchiosalat gegessen oder eine Grapefruit als Saft getrunken hat, kennt das Gefühl: Bitterstoffe sind nicht unbedingt jedermanns Geschmack. Deswegen wurden in neuester Zeit in vielen Obst- und Gemüsesorten Bitterstoffe immer mehr herausgezüchtet, um ihnen einen milderen Geschmack zu verleihen. Dabei gelten Bitterstoffe in der Naturheilkunde seit jeher als sehr gesund.
Im Ayurveda beispielsweise sind bittere Speisen vor und während des Essens wichtiger Bestandteil einer gesunden Esskultur. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, warum Bitterstoffe so gesund sind, in welchen Nahrungsmitteln sie enthalten sind und wie sie diese ganz einfach und problemlos in Ihre tägliche Speiseplan integrieren können.
Was sind Bitterstoffe
Bitterstoffe sind sekundäre Pflanzenstoffe, die – wie es der Name schon besagt– einen bitteren Geschmack haben. Sie kommen in unterschiedlicher Konzentration in nahezu allen Gemüsesorten, Kräutern und Gewürzen vor. Dabei handelt es sich nicht um einen einzelnen Stoff, sondern um eine Gruppe verschiedenster Bitterstoffe. Bekannte Beispiele sind Lactucin in Salaten wie Radicchio, Endivie und Chicorée, Naringenin in Pomelo und Grapefruit, Cynarin in Artischocken, Oleuropein in Oliven oder Resveratrol in roten Trauben.
So unterschiedlich die Bitterstoffe auch sind, sie haben alle eines gemeinsam: sie haben alle eine extrem gesundheitsfördernde Wirkung, die mittlerweile auch von der modernen Wissenschaft zunehmend bestätigt wird.
Bitterstoffe fördern die Verdauung
Bitterstoffe sind perfekte Katalysatoren für eine gut funktionierende Verdauung. Bereits beim ersten Kontakt auf der Zunge reagiert der Körper. Der bittere Geschmack signalisiert dem Körper, daß Nahrung verdaut werden muß und setzt eine Reihe von Reaktionen in Gang:
- Die Speichelproduktion wird angeregt.
- Der Magen produziert mehr Verdauungssäfte.
- Die Ausschüttung von Gallesaft und Verdauungsenzymen nimmt zu.
- Die Darmtätigkeit wird angeregt.
Durch diese Kettenreaktion wird die Nahrung, insbesondere schwerverdauliche Eiweiße, in kleinere Bausteine aufgespalten und steht damit den Körperzellen in optimaler Weise zur Verfügung.

Unterstützung von Leber und Stoffwechsel
Die Leber ist das wichtigstes Stoffwechsel- und Entgiftungsorgan in unserem Körper. Durch falsche Ernährung und Stress ist sie heute sehr stark belastet und kann in vielen Fällen ihre vielfältigen Funktionen nicht mehr so erfüllen, wie es für einen gesunden Körper notwendig ist. Bitterstoffe, insbesondere aus Artischocken, Löwenzahn und Mariendistel werden traditionell dazu genutzt, um die Leber zu regenerieren und in ihrer Funktion zu unterstützen.
Bitterstoffe regen insbesondere die Gallensaftproduktion durch die Leber an. Dadurch kommt die Fettverdauung und die Regulation des gesamten Stoffwechsels wieder richtig in Schwung. Besonders wirkungsvoll sind dabei sogenannte Leberkomplexmittel die eine ausgewogene Mischung aus verschiedenen Bitterstoffextrakten enthalten.
Bitterstoffe gegen Heißhunger
Bitterstoffe regen die Produktion eines appetitregulierenden Hormons namens Cholecystokinin an. Über spezielle Bitterrezeptoren im Mund und im Verdauungstrakt aktiviert es weitere Hormone, die an der Regulation von Hunger und Sättigung beteiligt sind. Viele Studien deuten mittlerweile darauf hin, dass bitterstoffreiche Lebensmittel das Sättigungsgefühl verstärken und Heißhungerattacken reduzieren.
Bitterstoffe sollte man vor oder nach dem Essen einnehmen. Vor dem Essen bereiten sie den Verdauungstrakt auf die Nahrungsaufnahme vor, fördern die Fettverdaung durch die Produktion von Gallensaft und regen die Produktion von appetitregulierenden Hormonen an. Nach dem Essen fördern sie die Verdauung und beugen Völlegefühl und Blähungen vor.
Wie in den Alltag integrieren?
Am besten ist es die Einnahme von Bitterstoffen zur täglichen Routine zu machen und sie so oft wie möglich in den gewohnten Speiseplan zu integrieren. Durch die Mischung mit Ihren gewohnten Speisen gewöhnen Sie sich relativ schnell an den anfangs etwas ungewohnten Bittergeschmack.
Hier einige Beispiele:
- mischen sie Radicchio mit anderen Salaten
- verwenden Sie öfters mal Rucola anstatt beispielsweise Eisbergsalat
- verwenden sie Artischocken mit anderen Gemüsen als Beilage
- frischgepressten Grapefruitsaft gemischt mit Orangensaft oder pur zum Frühstück
- verwenden Sie Kräuter wie Löwenzahn, Ingwer oder Kurkuma
- trinken Sie öfters Ungesüßten Kräutertee mit bitteren Pflanzenextrakten